ERDEM goes Green

Foto: i-d.vice.com

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Über die Green Carpet Challenge hatten wir ja bereits hier berichtet. Nun hat auch das britische Modelabel ERDEM die „Challenge“ von Initiatorin Livia Firth angenommen und kreierte eigens dafür eine nachhaltige Modekollektion. Designer Erdem Moralioglu verwendete hierfür unter anderem Spitzenüberbleibsel aus älteren Kollektionen, Bio-Seide, die mit dem OEKO-TEX® Siegel zertifiziert wurde und Stoffe aus Recycling- und Kunststoffflaschenfasern. Wir finden: Das Ergebnis kann sich sehen lassen! WOW!

mb

Böse Kleidung im Schrank

Foto: fashionpuppe.com / fafine.de

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Mode macht uns allen Spaß und mit den richtigen Teilen können wir ganz easy unseren eigenen Look kreieren. Doch aufgepasst! Neben Fast Fashion gibt es noch andere Sünden im Kleiderschrank! Dabei gibt es zahlreiche tolle Alternativen. Seht selbst:

1. Finger weg vom Used-Look

Klar, Jeans im Used-Look sehen lässig aus, doch ihre Herstellung ist alles andere als cool: Das Aufhellen bzw. das Bleichen der Jeans bedeutet nämlich ein großes Gesundheitsrisiko für die Arbeiter, denn ein großer Teil der Jeans wird immer noch in Billiglohnländern ohne nennenswerte Schutzmaßnahmen mit Sandstrahlern behandelt. Auch das Bleichen mit Chemikalien kann ohne Schutz gefährlich für die Arbeiter und auch für die Umwelt werden, denn aus der Jeansproduktion gelangen oftmals giftige Abwässer in die natürlichen Gewässer.

Wer nicht auf gebleichte Jeans verzichten möchte, der sollte entweder auf Öko-Modelabels setzten – der Used-Lok wird hier zumeist schonend mittels Waschung mit Steinen, Laser- oder mit mechanischen Verfahren erzeugt oder einfach eine gebrauchte Jeans kaufen. Zum Beispiel bei Vintage und Rags oder bei Pick N Weight. Das sieht meistens nicht nur besser aus, sondern schont auch noch den Geldbeutel ;-).

2. Böse Faser – gute Faser?

Nicht nur Sport- und Outdoorsachen, sondern auch ganz alltägliche Kleidung besteht oftmals aus synthetischen Fasern namens Polyester, Elastan, Nylon oder Acryl. Was viele dabei nicht wissen: Im Prinzip sind diese Kunstfasern nichts anderes als Plastik, welches auf der Basis von Erdöl hergestellt wird. Das ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern kann unter Umständen auch ziemlich ungesund sein. Zudem gelangen beim Wäschewaschen kleine Mikrofasern, praktisch ungehindert in die Gewässer, da diese sowohl von Waschmaschinen als auch von Kläranlagen nur schwer gefiltert werden können.

Ökologischer und auch gesünder ist es, vorwiegend Naturfasern zu tragen, zum Beispiel (Bio-)Baumwolle, Leinen, Hanf, Wolle oder Seide. Mehr Tipps für nachhaltige Outdoorkleidung gibt’s bei Utopia!

3. Billigleder Igitt!

Vorsicht auch bei Billigleder, denn die Produktionsbedingungen sind oft höchst problematisch, und zwar nicht nur für die Tiere! Da billiges Leder meistens mit Chemikalien und Schwermetallen behandelt wird, gefährdet es nicht nur die Gesundheit der Arbeiter, sondern unter Umständen auch die des Käufers: Die Gifte können nämlich im fertigen Produkt zurückbleiben und Allergien oder sogar Krebs auslösen. Zudem gelangen die Schadstoffe auch bei der Produktion in die Umwelt.

Auch hier gilt, wer zu Bio-Leder oder pflanzlich gegerbtem Leder greift, ist eher auf der sicheren Seite. Eine andere Alternative ist Vintageleder: Da Leder sehr stabil ist, bekommt man es oft auch Secondhand in einem guten Zustand.

mb

Vegan Fashion Award – Die Gewinner

Die Tierrechtsorganisation PETA zeichnet bereits seit 2 Jahren mit dem Vegan Fashion Award stylishe, innovative und tierleidfreie Mode aus. Denn mit trendigen Designs soll einer breiten Öffentlichkeit gezeigt werden, wie kreativ und chic vegane Mode sein kann. So sollen unter anderem auch noch mehr Designer dazu animiert werden, ebenfalls vegane Materialien einzusetzen. Die prominente Jury bestehend aus Ariane Sommer, Armin Morbach, Kai Schumann und Victoria van Violence bewertete die eingereichten Designs der diesjährigen Bewerber und Modelabels wie auch in den letzten Jahren gemeinsam mit PETA. Die Bekleidungsstücke, Schuhe und Accessoires wurden dabei in 12 verschiedenen Kategorien ausgezeichnet und werden in diesem kleinen Videobeitrag vorgestellt.

PS.: Den Pulli „Dennik – Easy Blue“ von dem Label Mudjeans von hatten wir euch hier bei Stilbrise bereits heiß empfohlen. Nun wurde er in der Kategorie „Beste Outerwear – Damen“ von PETA ausgezeichnet.

mb

Sterben für die Mode

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Rechtsanwältin Marie-Laure Guislain bei der Beweisaufnahme in einer Textilfabrik in Dhaka im Dezember 2014, © Altemeier & Hornung Filmproduktion

Der Countdown läuft! Unsere Ausstellung „Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode“ ist nur noch wenige Tage zu sehen, doch Wegwerf-Klamotten und ihre Folgen werden uns noch lange beschäftigen. Wir freuen uns, dass auch der deutsch-französische Kultsender Arte das Thema aufgreift und am Dienstag, den 20. Oktober einen Themenabend mit dem klugen Titel „Sterben für die Mode“ sendet. Gezeigt werden gleich zwei spannende Dokumentationen in Erstausstrahlung:

„Todschick – Die Schattenseite der Mode“ um 20.15 Uhr handelt von den nach wie vor katastrophalen Zuständen in der Textilbranche. Auch 2 Jahre nach dem Rana Plaza-Unglück sind nicht nur die Gebäude marode, auch die Löhne sind weiterhin miserabel und die Herstellungsmethoden oft lebensgefährlich. Dabei versprechen die Modeunternehmen seit langem, dass ihre Ware unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wird. Im Auftrag mehrerer NGOs kämpft die junge französische Anwältin Marie-Laure Guislain dafür, einen französischen Discounter wegen seiner offensichtlich betrügerischen Werbeversprechen vor Gericht zu bringen. In Bangladesch nimmt die Anwältin die Spur auf, befragt Zeugen und findet Beweise, die ihren Verdacht erhärten. Die Anklage gegen den milliardenschweren Konzern wird zum Präzedenzfall.

Auch „Giftiges Leder“ um 21.10 Uhr beschäftigt sich mit den Produktionsbedingungen in Bangladesch, genauer gesagt in der Gerberhochburg Hazaribag, wo Lederarbeiter gut zwölf Stunden täglich mit hochtoxischen Substanzen agieren und selten älter als 50 Jahre werden. Nicht nur die Menschen, auch die Umwelt leidet, denn die Gerbereien lassen ihre hochgiftigen Abwässer ungefiltert in den zentralen Fluss ab. Anwälte, Gewerkschafter und Wissenschaftler kämpfen verzweifelt für eine Verbesserung der Verhältnisse. Keine leichte Aufgabe, denn die größten Gerbereien gehören Regierungsmitgliedern, die ihre Macht nutzen, um sich drohenden Sanktionen zu entziehen. Was muss passieren, damit sich etwas ändert?

Und das ist noch nicht alles! Schon nächste Woche Dienstag, den 13. Oktober, also eine Woche vor dem offiziellen Fernsehstart feiert Arte eine exklusive Premiere von „Todschick – Die Schattenseite der Mode“ hier bei uns im MKG. Dazu gibt es natürlich Kurzführungen durch „Fast Fashion“ und Filmautorin Inge Altemeier (via Skype), Dr. Claudia Banz (Kuratorin unser Ausstellung „Fast Fashion“), Rainhard Hornung (Ko-Autor) sowie Katrin Bronnert (Redaktion NDR/ARTE) stehen Rede und Antwort zu den brisanten Hintergründen. Dieser spannende Abend ist eigentlich nur für eingeladene Gäste, doch wir konnten euch 2 x 2 Karten sichern. Schreibt uns einfach bis Sonntag eine Email mit dem Betreff „Todschick“an stilbrise@mkg-hamburg.de und mit etwas Glück seid ihr dabei! 

 ff

Ethno in edel!

Santa Lupita

Der Ethno-Chic ist ja seit einiger Zeit nicht mehr aus der Modewelt wegzudenken und auch in diesem Herbst sind Fransen und Aztekenmuster wieder überall zu sehen. Als großer Mexiko-Fan fallen mir aber leider nur allzu oft die Unterschiede zwischen den Fast Fashion-„Kopien“ und wirklich traditionellen Textilien auf, wie man sie zum Beispiel im Textilmuseum in Oaxaca und den angrenzenden Kunsthandwerkermärkten findet. Umso erfreuter war ich, als ich beim Summer Popup Store im neuen Konsumtempel Bikini Berlin plötzlich einen Stand mit wunderschönen, tatsächlich handbestickten Textilien entdecke. Das eilig inspizierte Schildchen gibt mir recht: „Santa Lupita – Love Stitches from Mexico“. Im Internet finde ich dann die komplett fair produzierte Kollektion für Frauen, Männer, Kinder und Babys und die spannende Geschichte des jungen Labels. Macher Jorge Acevedo lebt in Berlin und nimmt sich für uns die Zeit zu einem umfangreichen Interview.

Hola Jorge, deine Kollektion erzeugt bei mir sofort Urlaubsstimmung. Was für ein Konzept verfolgt ihr? Und wer ist Santa Lupita?
Lupita ist der Kosename für Guadalupe, einen Namen, der in Mexiko sehr oft vorkommt. Mexiko ist ein katholisches Land und dort spielt die heilige Jungfrau von Guadalupe eine sehr wichtige Rolle bei den traditionellen Bräuchen. Vor allem auf dem Land, wo die Menschen sehr gläubig sind, werden viele Frauen nach ihr genannt. Neben Maria ist Lupita also der Name, den man in Mexiko am häufigsten hört. Wir wollten einen Namen, der drei Hauptelemente unserer Marke vereint: das Land Mexiko, die Frau und die Traditionen. Das Wort Santa („heilig“ auf Spanisch) kam dazu, um den Namen Reinheit zu schenken. Damit möchten wir zeigen, dass wir ein Projekt sind, das sich bemüht, die faire Behandlung und die Förderung der mexikanischen Handwerkerinnen voranzubringen.

„Santa Lupita“ ist also ein Modelabel, das auf traditionelle Weise, unter fairen Bedingungen produzierte Bekleidung anbietet. Santa Lupita trägt zum Erhalt von langsam verschwindenden Traditionen. „Santa Lupita“ ist eine Familienmarke (wir haben inzwischen auch Männerbekleidung), die in Familienhaushalten produziert wird, so dass diese Frauen in der Lage sind ihre Familien finanziell zu unterstützen ohne ihre traditionellen Mutteraufgaben vernachlässigen zu müssen. Wir bitten so zu sagen Work Life Balance auf dem Land. Wir haben keine zentrale Produktionsanlage. Unsere Künstlerinnen bleiben zu Hause und betreiben dieses „Hobby“, das von Generation zu Generation weitergegeben wird, für ein paar Stunden am Tag, während die Kinder auf der Schule sind oder schlafen.

Ich habe selbst viele Textilien auf mexikanischen Märkten gekauft – zu deutlich günstigeren Preisen. Wie erklären sich eure Preise, bekommen die Näherinnen mehr Geld? Oder steckt alles im Transport? Wie ist die Arbeit organisiert?
Die Kleider, die man in Märkten in Mexiko findet, entsprechen nicht dem Qualitätsanspruch von „Santa Lupita“. In Mexiko beobachten wir ein trauriges Phänomen: Näherinnen produzieren ihre Teile zu Hause und haben keine stabilen Vertriebsmöglichkeiten. Sie müssen ihre Produkte gelegentlich in Märkten, wo sie an Touristen, die nur ein günstiges Souvenir suchen, oder über Händler, die sie im Preis sehr stark drücken, verkaufen. Die Frauen haben also keine Möglichkeit durch diese Arbeit ein stabiles und faires Einkommen zu erzielen. Oft müssen sie ihre Produkte sogar unter dem Produktionswert verkaufen, um nicht auf den gesamten Kosten sitzen zu bleiben. Das führt dazu, dass sie Alternativen suchen, um günstiger zu produzieren und dass heute viele (wenn nicht die meisten) Teile darum mit synthetischen Stoffen maschinell hergestellt werden.

Qualitativ hochwertige Teile sind auch in Mexiko sehr teuer und schwer zu finden. „Santa Lupita“-Teile sind in so einer Qualität in Mexiko teilweise kaum noch zu finden. Unsere Preise sind dementsprechend höher als auf mexikanischen Märkten, weil wir den Näherinnen einen fairen Preis für diese aufwendige Arbeit zahlen. Wir verhandeln keine Preise, zahlen sogar höhere Preise, als von den Frauen verlangt, wenn wir der Meinung sind, dass sie ihre Ware zu günstig verkaufen – aus Angst einen Auftrag zu verlieren. Gleichzeitig versuchen wir, die traditionellen Produktionsmethoden zu retten. Wir benutzen für viele Teile nur noch natürliche Farben. Günstige synthetische Stoffe sind für uns tabu. Dazu kommen viele andere Kosten: Beschaffung in Mexiko (irgendjemand muss die Arbeit in Mexiko koordinieren, dafür entstehen auch Kosten), Transport, Zoll, Vertriebskosten in Deutschland und auch Steuern (fast ein Fünftel des Preises müssen wir in Form von Mehrwertsteuer an den Fiskus weitergeben), die in Deutschland gezahlt werden müssen. Wenn man das alles berücksichtigt kann man sicherlich nicht von hohen Preisen reden.

Wie bereits erwähnt, haben wir keine zentrale Produktion. Frauen arbeiten zu Hause oder in kleinen, von ihnen organisierten Kooperativen. Wir geben den Frauen die Vorgaben für die Produktion und sie nähen und weben die Teile auf traditionelle Art und Weise. Wir sind also kein Unternehmen mit Massenproduktion. Wenn gewünscht, versorgen wir die Frauen und Kooperativen mit den Materialen – einige bevorzugen die Materialien selbst einzukaufen, weil sie diese von Verwandten oder befreundeten Händlern beziehen. Es herrschen also feste Produktions- und Lieferstrukturen in den Communities. Die Frauen bekommen den halben Preis bei der Bestellung bezahlt, so dass sie nicht in Vorleistung gehen müssen. Der Rest wird bei Abholung der Ware getilgt. Die Frauen sind in 17 unterschiedlichen Communities verteilt, die wir regelmäßig besuchen, um den Produktionsprozess zu kontrollieren.

Wie entstehen eure Kollektionen? Arbeitet ihr mit Designern oder verwenden die Stickerinnen eigene Motive?
Die Designs kommen ausschließlich von den Frauen selbst und beruhen stark auf traditionellen Mustern und Formen. Wir passen die Teile in Form und Größe an europäische Standards an, bestimmen Farben und Kombinationen und kontrollieren die Qualität. Es ist aber gedacht, dass wir in naher Zukunft selbst mit Designern arbeiten, die angelehnt an diese Muster und Formen neue Kreationen entwerfen. So werden wir innovativ und sind in der Lage, ständig neue Produkte anzubieten, die dem anspruchsvollen europäischen Modesinn entsprechen.

Was können wir Deutschen vom mexikanischen (Mode-)Verständnis lernen?
Die Menschen in Mexiko benutzen ihre traditionelle Bekleidung, um sich zu differenzieren und ihren kulturellen Wurzeln einen Ausdruck zu geben. Es geht nicht um Mode und Trends, sondern viel mehr um kulturelle Identität. Die Teile, die zu Hause produziert werden, haben eine individuelle Bedeutung für jede Frau und stellen eine persönliche Geschichte dar. Die Bekleidung wird also nicht als etwas angesehen, was man ein paar Mal anzieht und dann wieder wegschmeißt, sondern als ein Teil, der die Menschen teilweise ihr ganzes Leben begleitet und weiter an die nächste Generation gegeben wird.

Die Bekleidung muss, vor allem auf dem Land, resistent sein. Bekleidung wird dadurch nicht zu einem Gebrauchsgegenstand sondern zu einer Investition mit einem viel höheren Stellenwert als hierzulande. Wir leben in einer Gesellschaft, die immer mehr verlangt. Wir brauchen ständig neue materielle Objekte, neue Anreize und freuen uns immer weniger über Sachen fürs Leben, Sachen, die eine persönliche Bedeutung haben. Dieses Verhalten ist gerade in Industrieländern sehr stark geprägt. Gerade im Modeverhalten, brauchen wir unseres Erachtens keine vorübergehenden Moden verfolgen, sondern einen eigenen Stil entwickeln, der uns als Individuen eine Möglichkeit zum Ausdruck der persönlichen Eigenschaften und Denkweisen gibt. Dies können wir vielmehr dadurch schaffen, in dem wir diese Art von traditioneller Bekleidung in die Garderobe bringen.

Das heißt nicht, dass jeder in mexikanischer Tracht laufen muss, sondern, dass jeder für sich entscheidet, welcher Stil mehr zu der eigenen Identität passt und dementsprechend seine Garderobe ausstattet, mit langlebigen Kleidern, die ein Geschichte hinter sich haben. In diesem Sinne können wir sicherlich sehr viel von den Mexikanern auf dem Land lernen.

Muchas gracias für das ausführliche Interview, Jorge, und weiterhin viel Erfolg mit „Santa Lupita“!

ff

Kleider-Recycling: Humbug oder sinnvoll?

Wie ihr bestimmt schon bemerkt habt, bieten immer mehr Läden die Rücknahme gebrauchter Kleidung an. Dafür gibt es dann sogar oftmals Rabatte für den Kauf neuer Kleider. Sogar teure Ski- und Outdoorkleidung kann man bereits in manchen Läden zurückgeben und Rabatte bis zu 100 Euro für neue Sachen bekommen. Das Versprechen: Die alten Teile werden komplett recycelt. Das klingt zunächst natürlich toll und recht verführerisch, denn das schlechte Gewissen, weil man sich schon wieder etwas Neues leistet, wird mit diesem Recycling-Prinzip natürlich beruhigt. Doch kann Kleidung überhaupt so einfach recycelt werden? Die „X:enius“-Moderatoren Carolin Matzko und Gunnar Mergner besuchen den Textilwissenschaftler Kai Nebel an der Hochschule Reutlingen und lassen sich von ihm zeigen, welche Kleidungsstücke wirklich recycelt werden können und welche nicht. Kai Nebel zeigt den beiden auch, an welchen neuen Recyclingverfahren er an der Hochschule forscht und wie er daran arbeitet, wertvolle Textilien wie etwa die Wolle heimischer Rhönschafe oder auch Biobaumwolle wieder zu Kleidung zu machen …

mb

TV Tipp: Fashion Special auf ARTE

Screenshot: arte.tv/de

Screenshot: arte.tv/de

Pünktlich zu den gerade laufenden internationalen Schauen hat ARTE am 26. & 27. September ein Mode-Themenwochenende eingeläutet, dass wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen. Das absolut sehenswerte Programm ist dabei ein Mix aus erstmals ausgestrahlten Dokumentationen, Spielfilmen und Magazinen. So gibt beispielsweise die Doku „Das Testament des Alexander McQueen“ Einblicke in Leben und Werk des schon verstorbenen Designers. In „Wir sind Fashion“ wird der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen Blogger auf die Modebranche haben. Im Arte-Format „Durch die Nacht mit…“ könnt ihr den Modeschöpfer Jean Paul Gaultier und Sänger(in) Conchita Wurst eine Nacht lang in Wien erleben. Und die Dokumentation „Made in Italy“ versucht zu ergründen, was den italienischen Stil so besonders macht.

mb

Greenpeace – wie alles begann

Seesack, Umhängetasche oder Shopper von Greenpeace, um 100 Euro.

Seesack, Umhängetasche oder Shopper von Greenpeace, um 100 Euro.

Bald ist es so weit: Greenpeace feiert sein 35-jähriges Bestehen. Mit zwei Rettungsinseln, vielen toten Fischen und einer Menge Mut katapultierte sich ein bunter Haufen von Umweltschützern 1980 zum ersten Mal in die Öffentlichkeit: Am 13. Oktober leinten sich Greenpeace-Aktivisten in Nordenham an den Tanker „Kronos Titan“, um das Auslaufen zu verhindern – und es gelang! Mit Taschen aus ehemaligen Greenpeace-Bannern könnt ihr heute noch Farbe bekennen! Mehr Infos gibt’s beim Greenpeace-Magazin.

mb

Strick dich glücklich!

Foto: initiative-handarbeit.de

Foto: initiative-handarbeit.de

Entspannung in den Alltag einbauen ist ganz einfach! Ihr braucht nur ein paar Nadeln und etwas Wolle, denn Stricken macht – wissenschaftlich nachgewiesen – glücklich.
Wenn ihr noch nach Inspirationen für die kommende Herbst- und Wintersaison sucht, werdet ihr garantiert in der Masche 2015 fündig. Hier gibt es nämlich ab sofort tolle Ideen für Einsteiger und Fortgeschrittene – von Mütze und Schal bis hin zu Capes, Strickmänteln und superkuschligen Plaids für gemütliche Abende zu Hause auf der Couch. Das Magazin mit allen Anleitungen könnt Ihr Euch kostenlos auf der ganz wunderbar inspirierenden Webseite der Initiative Handarbeit herunterladen. Viel Spaß und Woll-Lust beim Ausprobieren!

Foto: initiative-handarbeit.de

Foto: initiative-handarbeit.de

mb

45 Jahre SECONDELLA ♥

Foto: SECONDELLA

SECONDELLA ALL-OVER! Foto: SECONDELLA

Bei dem tristen Herbstwetter wäre es toll, den grauen Alltag mit einem knallbunten Designeraccessoire- oder Mantel aufzupeppen. Für alle, bei denen trotz Shoppinglust gerade Budgetknappheit herrscht, könnte SECONDELLA die Lösung sein! Auf über 300 Quadratmetern finden sich hier nämlich tolle Designer-Schätze und modische Vintage-Fundstücke. Klar, dass wir unbedingt auch bei der TOP-Adresse für gebrauchte Designer-Mode in Hamburg vorbeischauen mussten!

Im Büro unter den Verkaufsflächen wurden wir schon bald über die Geschichte des Secondella-Imperiums aufgeklärt: Angefangen hat alles im Jahr 1970, als das ehemalige Model Marie Schaernack und ihre Freundin, die Modedesignerin Vera Hinrichsen in der Kunhardtstraße in Eppendorf eine Boutique namens „The Second Hand Shop“ eröffneten. Die dort angebotene gebrauchte Kleidung bestand dabei zum größten Teil aus Haute-Couture-Teilen und hochwertiger Konfektionsware und wurde zu einem erschwinglichen Preis angeboten.

Foto: SECONDELLA

The Second Hand Shop in Eppendorf, dort wo alles begann. Foto: SECONDELLA

Ohne sich dessen bewusst zu sein, erschloss Marie Schaernack dadurch einen ganz neuen Wirtschaftszweig. Und zwar den von gebrauchter Designerkleidung. Was heutzutage ganz alltäglich klingt, war in den 70ern nämlich noch eine kleine Revolution. Zumindest in Deutschland: Secondhandshops und Flohmärkte gab es damals noch nicht. Die einzige Möglichkeit, um an gebrauchte Klamotten (ausserhalb vom Bekannten- und Freundeskreis) zu kommen, war in jener Zeit noch der gute alte Sperrmüll. Doch auch hier war coole Designerware rar…

Schon bald avancierte „The Second Hand Shop“ unter Models, Fotografen, Regisseuren und Prominenten zu einem beliebten Treffpunkt. Als die Boutique vom Abriss bedroht wurde, zog Marie Schaernack mit ihrem Laden in die ABC-Straße in Hamburgs Innenstadt. Der Umzug führte in jener Zeit auch zu einem neuen Logo: einem angebissenen Apfel, der Jahre später auch zum Firmenzeichen eines weltbekannten Computerherstellers wurde.

Foto: SECONDELLA

Mit Apfel-Logo in der ABC-Straße. Foto: SECONDELLA

In den frühen 90ern musste sich sich Secondella, nun unter der Leitung von Silke Griebel zum zweiten Mal einen neuen Standort suchen und wird in den Hohen Bleichen Nummer 5 fündig. Mit der neuen Location wurde auch zeitgleich das gesamte Shopdesign und das Logo von Secondella neu gestaltet. Inspiriert von dem russischen Maler Kasimir Malewitsch orientiert sich das neue Konzept nun an den Formen und Primärfarben, mit denen auch der Begründer des Suprematismus gearbeitet hat. Nach einem weiteren Umbau im Jahre 2010 wird Secondella noch weiter vergrößert. Heute werden auf insgesamt 750qm Kleidungsstücke und Accessoires angenommen, selektiert und verkauft.

Live bei SECONDELLA: Stilbrise Redakteurin Melike und Marketing Praktikantin Lena.

Live bei SECONDELLA: Stilbrise Redakteurin Melike und Marketing Praktikantin Lena.

Das Tolle an dem Laden ist immer noch die herzliche und persönliche Atmosphäre, die trotz der beachtlichen Erweiterung nicht abgenommen hat. Der persönliche Kundenkontakt steht hier im Vordergrund. Denn die Geschichte der Kundinnen spiegelt sich auch in deren Kleidung wieder. Was uns besonders freut: Luxus- und Designerkleidung wird hier für jedes Fashionvictim erschwinglich gemacht. Die Erfahrung ein Tolles hochwertiges Teil am Körper zu tragen, ist auf jeden Fall nicht zu unterschätzen, da man automatisch den Wert und somit auch den Umgang mit Kleidung wieder schätzen lernt.

HEUTE feiert SECONDELLA sein 45-jähriges Bestehen. HAPPY HAPPY BIRTHDAY!

mb